Au-delà de l’horizon

Récits et poèmes


Extraits

Cher visiteur,

Je suis ravi que vous souhaitiez lire un extrait, mais malheureusement, ce livre, qui contient de nombreux récits et poèmes intéressants, n’a pas encore été traduit. Je me suis fixé cette tâche pour 2026. Cependant, vos connaissances linguistiques vous permettront peut-être d’apprécier l’extrait en allemand.

Hans-Peter Lauenroth

Fisherman’s Cat

Erzählung

Vier Tage sind inzwischen vergangen. Sie sitzt oben auf dem Dach des Hauses, direkt am Rauchfang. Dort hatte sich der Kater bei jeder Ausfahrt des Fischers hingekauert, ausgeharrt bis zu dessen Rückkehr, war ihm dann entgegengelaufen, um dann aber kurz vor dem Wasser abzustoppen, weil er wasserscheu war. Bevor der Fischer hinausgefahren war, hatte er lange auf die raue See geschaut, sich dann umgedreht und war ins Haus gegangen. Er war ihrem Blick ausgewichen, war in das kleine Lager gegangen, hatte sich in seine Rüstung, wie er es gern nannte, gezwängt, war wieder zurückgekommen in die Küche, hatte innegehalten und sie kurz angesehen, ihre Blicke hatten sich getroffen, aber er hatte ihrem Blick nicht standhalten können. Sie war auf ihn zugegangen und hatte ihn umarmt, beide hatten dabei kein Wort gesprochen. Er war zu seinem Boot gegangen, hatte noch die letzten Handgriffe erledigt und war hinausgefahren, ohne sich noch einmal umzudrehen. Hinaus in die aufgewühlte, fordernde See, mit ihren eigenen Gesetzen.

Zwei Tage nach dieser Ausfahrt, hatte sie den Kater tot vor dem Haus gefunden, ohne Spuren einer Verletzung. Sie hatte ihn begraben und dann seinen Platz eingenommen. Sie sitzt da und schaut auf das Meer. Der Pfarrer ist zu ihr hochgekommen, hoch auf das Dach. Er hat eine warme Decke, Essen und heißen Kaffee mitgebracht, sie aber rührt nichts an. Er legt ihr die mitgebrachte Decke um und fleht sie an, doch vom Dach zu steigen. Sie reagiert nicht, bleibt stumm und schaut hinaus auf das Meer.

Louise Rath

Das Gastspiel

Erzählung

17 Uhr 45, Frau Maier,
»mit ai!«,
betrat ihr Theater, ein Stadttheater in einer österreichischen Kleinstadt. »Klein, aber oho!«, wie sie gern zu den Theaterbesuchern sagte, besonders zu denen, die von außerhalb kamen und sie fügte dann immer noch hinzu:

»Solch ein Programm muss man auch in einer Großstadt erst einmal finden!«

Sie betrat das Theater, nicht direkt durch die Tür zur Kassenhalle, ein älterer Anbau, wie ein Seitenschiff bei einer Kirche, an der linken Seite des Theaters, sondern durch den Bühneneingang, verlangsamte ihren Schritt vor den Künstlergarderoben und sog die Luft tief in sich hinein, um dann wieder schneller zu werden. Das machte sie immer so, aber heute noch etwas intensiver, denn heute waren ja fremde Schauspieler da. Der Duft war heute anders. Im Kollegenkreis erzählte man sich, dass sie einmal in kleiner Runde gesagt haben soll:

»Sie brauche das und genieße es in vollen Zügen, diese Mischung aus Schminke und getragenen Kostümen, das würde ihr die Kraft geben, für ihre Arbeit.«

»Kläglich gescheitert …«, hätte da der alte Requisiteur eingeworfen,

»… als Schauspielerin kläglich gescheitert!«

17 Uhr 50, sie öffnete die Tür zu ihrer Kasse, pünktlich, auch wie jeden Abend. Heute würde es zwar keinen Kartenverkauf mehr geben, da das Gastspiel, der kulturelle Höhepunkt des Jahres, schon lange ausverkauft war, wie jedes Jahr. Die wenigen Stornierungen und die Warteliste hatte sie schon vor zwei Wochen abgearbeitet. Normalerweise wurden die Karten im Familien- und Freundeskreis weitergegeben.

19 Uhr 30, der Leiter der Nachtschicht der Freiwilligen Feuerwehr, Oberbrandmeister Kornbichl, schaute auf die große Uhr an der Wand:

»Dreißig Minuten noch!«

Er war ein bisschen unruhig. Das jährliche Gastspiel sorgte immer für eine gewisse Anspannung, nicht wegen der Kunst, es waren die Gäste, viele einflussreiche Leute aus der ganzen Umgebung. Aber heute war die Anspannung größer als sonst. Dieses Gastspiel aus Deutschland mit dem großen Aufwand für das Bühnenbild, ein naturgetreuer Nachbau eines kleinen Bereichs des Münchner Oktoberfestes. »… nicht darstellen, es muss SEIN!«, hatte der Regisseur vorgestern ins Telefon gebrüllt:

»Die Zuschauer müssen auf dem Oktoberfest SEIN, die Musik, das Bier und die Düfte hautnah erleben!«

Und auf den Einwand, dass offenes Feuer auf der Bühne immer ein besonderes Brandrisiko darstellen würde:

»Der Grill mit den Steckerlfischen bleibt, das Fass Bier bleibt und geraucht wird auch, ich lass mir doch in der Provinz nicht meine Inszenierung verstümmeln!«

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Louise Rath